,

Finale! Drei Inder und zwei Telefonanschlüsse und ein Erdmöbel (Akt 5)

Es geht ins Finale – nachdem ich ja bereits Irrwitziges erlebt hatte, mit dem großen Telekommunikationsunternehmen, klingt das Finale nun aus. Eigentlich traf es mit dieser letzten Geschichte meine Frau Mama.

Mein Großvater war verstorben, vor 10 Jahren schon. Meine Großmutter ließ ihren Anschluss jedoch nie umschreiben, er lief noch immer auf den Namen meines Opas. Da ich die Wohnung nach ihrem Tode übernommen hatte, wollte ich jedoch den Namen des Anschlusses ändern und noch mehr.

Ich stand, mit meiner Mama, im Service-Punkt, diesmal in einer anderen Stadt – neue Stadt, neues Glück – und erklärte dies in etwa so einem Mitarbeiter.

„Ah. Die Meldebescheinigung. Ihr Großvater umgezogen?“ Es war die Sterbebescheinigung.

„Äh. Ja. Quasi. In ein Erdmöbel…“

Nun, soweit so einfach.

Ich möchte integriert werden

Es mag unser Fehler gewesen sein, denn wir hatten zusätzlich etwas echt Kompliziertes vor. Die Wohnung meiner Eltern befand sich im gleichen Haus wie die meiner Oma. Ob es möglich sei, den alten Anschluss meiner Oma irgendwie in den ISDN-Anschluss meiner Eltern zu integrieren, damit ich nicht separat nochmal Anschlussgebühren zahlen musste. Als Zweitnummer also.

„Klar. Alles kein Problem!“

Am Service-Counter neben uns standen derweil drei freundliche Inder. Sie radebrechten und fuchtelten und irgendwie sah das alles sehr lustig aus. Während unser Service-Mitarbeiter kurz verschwunden war, um den Antrag aus dem Drucker zu holen, lauschten wir amüsiert.

Drei Inder

„Wir mochten Anschluss ändern, ja? Soll nicht mehr telefonieren konne, ja? Zu teuer, ja? Soll nur noch angerufe werde konne, ja? Ist moglich, ja?“

„Klar. Alles kein Problem!“

Was sollte schon schiefgehen? Nachdem unser Servicemännlein wieder aufgetaucht war, wir die notwendigen Anträge unterschrieben hatten (schriftlich und vor Ort ist sicherer als am Telefon, dachten wir) und auch den Indern einen schönen Tag gewünscht hatten, gingen wir shoppen und dann nach Hause.

Am nächsten Tag versuchte meine Mutter, zu telefonieren. Kein Freizeichen. Telefonieren nicht möglich. Mit dem Handy rief sie die Rosaroten an.

„Unser Anschluss ist gestört. Wir können nicht telefonieren.“

Das kann nicht sein…

„Ich schau mal… (tipp-tipp-tipp). Ah. Ähm. Aber, das haben Sie doch selbst beantragt.“ Mir schwante Böses…

„Wie bitte?“ Schnappatmung!

„Hier im Computer steht, Sie haben gestern im Service-Punkt beantragt, dass Sie nur noch angerufen werden können, aber nicht mehr nach draußen telefonieren können.“

„WAS?“ Schni-schna-schnappi…

„Haben die Kollegen hier so eingeben“!

„Gute Frau. WIR wollten eine Nummer in unseren Anschluss integrieren. Die mit dem Anrufe-sperren-lassen waren drei Inder! Die standen neben uns! Sehe ich aus wie drei Inder?!

Ich kippte – lautlos – vor Lachen vom Hocker… Und dann kam – was schon?

„Das kann nicht sein!“

Irgendwann wird sich herausstellen, dass ich den großen Gott der Telekommunikation verärgert habe oder irgendwen, der bei der Telekom arbeitet.

Nummer 8 statt 5

Irgendwann begab es sich noch, dass ein Servicetechniker des oben beschriebenen Vereins von uns dabei beobachtet wurde, wie er anstelle von Hausnummer 5 bei Nummer 8 klingelte (andere Nummer, anderer Name am Klingelschild und so) und dann flugs wieder in sein Auto verschwand und losbrauste. Wir, die wir auf ihn gewartet hatten, konnten nur staunend zusehen, wie schnell so jemand werden kann.

Auf unseren sofortigen Anruf beim Mutterschiff antwortet man uns mit „Das kann nicht sein – haben Sie denn keine Hausnummer am Haus? Oder ein Namensschild?“ Der Techniker war leider nicht mehr erreichbar, es musste ein zweiter Termin gemacht werden, für den sich dann meine Mutter extra freinehmen musste.

Mich selbst traf es noch einmal, als ich Jahre später wieder die Telefonnummer von jemand anderem bekam – wer es war, ließ sich leider nicht herausfinden, da ich immer von einer zeternden Frau angerufen (und vielleicht auch beschimpft) wurde, die leider nur Russisch sprach. Irgendwann gab sie auf. Da ich schon froh war, nicht wieder eine Metzgerei bekommen zu haben, beließ ich es dabei. Bloß keine schlafenden Hunde wecken.

ENDE.

Hier könnt ihr meine unglaublichen Abenteuer nach lesen:

Die nichtexistente Metzgerei (1. Akt)

Die Rechnung – oder: Jingle-Gedingel aus der Hölle (Akt 2)

Kri-kri – Der Zitronenspritzkringel (Akt 3)

Die geheimste Geheimnummer aller geheimen Geheimnummern (Akt 4)

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.