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Die geheimste Geheimnummer aller geheimen Geheimnummern (Akt 4)

Geheimnummer

Jahaaa – ihr dachtet, es ist vorbei, was?! Nein, der Irrsinn ging weiter. Aber ersteinmal sollte es so aussehen, als sei mein Flehen erhört worden.

Ich hatte mich beruhigt. Auch die Sache mit dem Imperium… Nun, erstmal die Ausbildung fertig machen. Ich hatte das Geld überwiesen und ENDLICH hatte einen knappen Brief bekommen: Man habe das Geld erhalten und entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten.

Unannehmlichkeiten? Besten Dank, ihr habt ja keine Ahnung…

Ungewöhnliche Stille

Es kehrte wieder Normalität ein. Ich bekam auch keine Anrufe mehr von Metzgerei-Kunden. Ich bekam… ähm, eigentlich gar keine Anrufe. Hm.

Eines Abends klingelte mein Handy.

„Hallo. Du weißt, dass deine Festnetznummer nicht mehr zu erreichen ist?“ begrüßte mich meine Mutter.

„Wie jetzt?“

Kein Anschluss unter dieser Nummer!“

„Ach!!“

Ich ging zum Telefon. Drückte die grüne Taste. Freizeichen.

„Funktioniert aber!“

Ich wählte die Nummer meiner Mutter.

„Hey! Hast du doch ne neue Nummer bekommen?“

„Offensichtlich.“

Nur wusste ich selbst noch nichts davon. Bei meinem Billig-Telefon konnte man übrigens noch nicht, wie heute üblich, zwischen „Nummer-unterdrücken-oder-auch-nicht“ wählen, die Nummer wurde nicht angezeigt. War ja „nur“ das Notfall-Festnetztelefon.

Endlich eine neue Nummer!

Einen Tag später: Post vom Telekommunikationsriesen.

„Auf Ihren Wunsch hin haben wir Ihre Telefonnummer geändert. Wir berechnen Ihnen dafür eine Service(hihihi)-Pauschale von…, die wir mit Ihrer nächsten Telefonrechnung abbuchen.“ Ach, leckt mich doch am Zückerli, ey!

Ich teilte meine neue Nummer sofort allen Bekannten und Freunden mit. „Der Metzgerei-Irrsinn hat ein Ende, Freunde! Hier ist meine neue Nummer!“

Eine neue Nummer. Eine Geheimnummer. Keine ständigen Anrufe mehr. Aus den Online-Seiten waren meine Adresse und Telefonnummer auch verschwunden… Alles gut.

Alles gut? Ha! Ich hätte es besser wissen sollen.

Die Stille und das Déjà-Vu

Eines schönen Tages kam ich nach Hause, müde und schlecht gelaunt, da klingelte mein Handy.

„Hallo. Du weißt, dass deine Festnetznummer nicht mehr zu erreichen ist?“ Mama. Déja vu.

„Wie bitte?!“

„Kein Anschluss unter dieser Nummer!“ What the f…

Ich flitzte die drei Stockwerke zum Briefkasten herunter. Nichts außer Werbung. Ich flitzte wieder rauf. Wartete bis zum nächsten Tag. Es eilte ja nicht, hatte ja das Handy. Nach Hause. Briefkasten öffnen: Leer.

Ich rief beim rosigen Unternehmen an.

„Guten Tag. Ähm. Es klingt seltsam. Aber ich wüsste gern meine Telefonnummer.“

„Wie bitte? Da müssen Sie bei der Auskunft anrufen.“

„Ja sehen Sie, es war so. Ich wollte sie ändern lassen, und dann wurde sie geändert und ich habe von Ihnen ein Schreiben bekommen und so… und jetzt wurde sie offensichtlich schon wieder geändert.

„Ja, das kann ich hier im Computer sehen.“

Die geheime Geheimnummer

„Ach, super! Und wie lautet sie nun?“

„Wer?“ Die Antwort auf den Sinn des Lebens, du Pute!

„Meine Nummer!“

„Die darf ich Ihnen leider nicht geben.“ What the f…

„WIE BITTE?!“

„Das ist nämlich eine Geheimnummer.“ ACH?!

„Ähm. Ja, das weiß ich. Hab‘s ja selbst beantragt. Aber ich muss sie ja selber kennen. Sonst nützt sie mir ja nichts.“

„Ich kann sie Ihnen aber nicht sagen. Da könnte ja jeder anrufen.

„Ich bin aber nicht jeder! Sie sehen doch bestimmt von welchem Anschluss ich anrufe!“

„Ja.“

„Ja, dann wissen Sie doch, dass ich ich bin.“

„Nein, weiß ich nicht. Es könnte ja jeder anrufen. Ein Einbrecher zum Beispiel.“

„Der in meine Wohnung einbricht um mit der T*****m zu telefonieren???“

„Ich kann Ihnen die Nummer jedenfalls nicht geben.“

„Warum nicht?“

„Weil es eine Ge-heim-num-mer ist!“ Boah, Mädel…

„Ja, aber die muss mir doch jemand sagen können!“

„Sie haben doch bestimmt ein Schreiben von uns bekommen. Da steht die drin!“

„Nein. Hab ich nicht.“

Das kann nicht sein. Das schicken wir automatisch raus.“

„Nun, gute Frau, wenn ich das Schreiben bekommen hätte, würde ich ja nicht meinen Feierabend mit diesem schönen Telefonat zubringen, meinen Sie nicht auch?“

„Haben Sie denn schon in Ihren Briefkasten geguckt?“ Du. Kriegst. Gleich. Haue.

„Natürlich!!!“

Gestatten? Ich bin die Nummern-Queen!

(seufzt) „Na gut. Wir können die Nummer ja noch einmal ändern. Dann bekommen Sie ein Schreiben und dann wissen Sie die Nummer.“

„Ja, bitte. Wenn es nicht anders geht!“

„Möchten Sie wieder eine Geheimnummer?!“ Das kann nicht euer Ernst sein!

Nun war es an mir, einfach mal aufzulegen.

Ein paar Tage später hatte ich meine vierte Telefonnummer innerhalb von 2 Monaten. Das muss mir erstmal einer nachmachen… Ich bin eine Nummern-Queen!

 

Hier könnt ihr nachlesen, was bisher geschah:

Die nichtexistente Metzgerei

Die Rechnung – oder: Jingle-Gedingel aus der Hölle

Kri-kri – Der Zitronenspritzkringel

1 Antwort
  1. Julia
    Julia says:

    hach, genial! Ich hab echt gelacht!

    Seitdem wir im neuen Haus wohnen, rufen bei uns übrigens auch 1-2 Mal die Woche Menschn an, die Frau Biebermann sprechen möchten. Anfangs habe ich noch nett erklärt, dass wir wohl die alte Nummer von Frau Biebermann übernommen haben. Nach einem halben Jahr bin ich dann auch etwas lauter geworden. Denn Firmen, denen ich gesagt habe sie sollen die Nummer bitte löschen, riefen immer wieder an und wollten uns Kataloge schicken und was weiß ich was.
    Nach einem Jahr lege ich nur noch auf, ohne was zu sagen. Wobei ich sagen muss, jetzt, nach fast anderthalb Jahren, habe ich schon lange keinen Anruf mehr bekommen 😀

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