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Impfen? Unbedingt. Aber ist Impfpflicht eine Lösung?

Das Kreuz mit der Pflicht.

Wir haben uns bisher ganz bewusst aus diesem Thema rausgehalten, denn es ist besonders im Social Media immer ein Minenfeld.
Wir möchten auch gar nicht diskutieren: Bei uns wird geimpft. Ich wurde geimpft, meine Kinder und auch die Kinder aller meiner Freunde. Die, die nicht impfen und unseren Locke dadurch gefährdet haben, als er sechs Wochen alt war – man besuchte uns mit Keuchhustenkind – haben wir rigoros aussortiert.

Diskussion überflüssig – in alle Richtungen

Da gibt es für mich keine Diskussion. Ich beschäftige mich interessehalber seit längerer Zeit mit Verschwörungstheorien und den Anhängern dieser ist mit logischen Argumenten, Wissenschaft oder Studien nicht beizukommen. Und ja. Impfgegner gehören für mich zu den Verschwörungstheoretikern. Sie hängen ihrer zementierten Meinung an und gefährden andere unter dem Mäntelchen der eigenen Entscheidungsfreiheit.

Erst ich – andere interessieren mich nicht!

Wie sich das Ganze entwickeln wird – Befürchtungen gibt es da viele, viele haben sich bereits bestätigt. Die sozialen Medien helfen, Filterblasen sei Dank, kaum bei der Aufklärung.

Sicherheit? Solange es nicht knittert…

Deutsche kann man schlecht zu etwas zwingen. Es scheint ein gesellschaftlicher Charakterzug zu sein, gegen jede Pflicht aufzubegehren und zu rebellieren.

Man denke an die Gurt- bzw. Anschnallpflicht im Auto, damals in den 70ern. Es ist sicher, es rettet Leben – ABER ICH FÜHLE MICH DANN EINGESCHRÄNKT! MEIN HEMD KNITTERT!! Ich muss? Dann erst recht nicht. Ich kann das ein stückweit nachvollziehen, ich bin selbst so…
Sag mir, dass ich etwas muss und ich tu’s bestimmt nicht.

Hätte eine Impfpflicht da Sinn? Muss man mehr Verständnis aufbringen, für die Ängste derer, die ja auch am Ende ihre Kinder nur schützen wollen?

Impfgegner nicht zu Märtyrern machen

Der Weisheit letzter Schluss? Den gibt es wohl nicht wirklich. Für mich heißt es: Impfen und so die Herde schützen.

Aber die Gedanken unseres Kinderarztes zur Impfpflicht möchte ich gern mit euch teilen.

„Während der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) seit etlichen Jahren eine Impfpflicht vor Aufnahme in Gemeinschaftseinrichtungen fordert, äußerte sich zuletzt sogar der STIKO-Vorsitzende Prof. Mertens dazu eher zurückhaltend und kritisch. “Dadurch würden hartnäckige Impfgegner nur zu Märtyrern aufgewertet”, so Mertens und bezeichnet eine Impfpflicht in Deutschland daher als “eher kontraproduktiv”[…]

Schön und gut. Im Rahmen der kinderärztlichen Impfaufklärung sehe ich mich allerdings immer wieder diffusen Ängsten und parafaktisch geschürter Impfkritik ausgesetzt, die nicht selten jeglicher rationalen Grundlage entbehren […]“

HIER GEHT ES WEITER

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Einfach, günstig, lecker – C-Nudeln mit Spiegelei

Für Kinder, die Nudeln nur mit ohne Soße wollen…

Zwei Rezepte in einem Monat… tztz. Dieses hier ist ein simples Gericht, das allen – auch den Kindern – so richtig gut schmeckt und es ist mal eine etwas andere Nudel-Variation.

C-Nudeln – so heißen die Gabelspaghetti bei uns. Es gibt ein Gericht, dass ich schon als Kind geliebt habe und dass meine Mama kochen kann, wie keine Zweite. Sie hat damals immer Kräuterbuttergewürzsalz genommen, ich nehme italienische Kräuter, da in dem Fertiggewürz leider Glutamat drin war und ich davon kein Fan bin. Die Kräuter kaufe ich gefriergetrocknet im Glas, damit würze ich auch Tomatensoße und viele andere Gerichte.

So habe ich es über die Jahre etwas angeglichen und es ist tatsächlich inzwischen eines unserer Lieblingsgerichte. Und damit meine ich alle! Der Ehemann freut sich wie ein Schneekönig, wenn ich es koche und selbst Nölemann Locke mag es, Zwockel sowieso. Tipps für Nöle-Esser gibt es übrigens HIER.

Es geht schnell, ist unkompliziert und außerdem noch günstig. Wenn es als am Monatsende mal etwas knapp wird im Budget, kann ich euch das nur empfehlen.

Ihr braucht für 4 Personen:

500g Gabelspaghetti („C-Nudeln“)
Butter
Italienische Kräuter (TK oder gefriergetrocknet)
Salz
Eier

Nudeln mit Kräutern

C-Nudeln – müssen aber noch knuspriger!

Nudeln nach Packungsanweisung kochen und dann abtropfen lassen und beiseite stellen (kann man schon morgens oder mittags machen). Dann ein gutes Stück Butter in einer Pfanne zerlaufen lassen und die Nudeln darin anbraten, bis sie schön knusprig sind. Gegebenenfalls mit Salz nachwürzen. Zum Ende hin großzügig italienische Kräuter drüberstreuen und mitbraten. In einer zweiten Pfanne Spiegeleier braten – Menge und Machart je nach Geschmack, wir mögen sie mit frischem Pfeffer.

Dann serviert ihr das ganze auf tiefen Tellern, Spiegelei oben drauf – am besten ist es, wenn das Eigelb noch weich ist und mit den Nudeln vermischt werden kann.

Nudeln mit Kräutern und Ei

Das Eigelb sollte idealerweise noch weich sein.

Keine Hexerei

Ich hab euch ja gewarnt: Das Rezept ist ganz einfach.

Manchmal braucht es einen kleinen Kniff (wie hier die Kräuter), damit aus etwas Gewöhnlichem wie „Nudeln mit Spiegelei“ etwas Besonderes wird. Durch die Butter werden die Nudeln übrigens schön knusprig, mit Öl gelingt das leider nicht.

Es ist weder Hexerei, noch Haute Cuisine – aber Ehemann und Kinder lieben es, es macht satt und das ganz ohne Fleisch. Ich wage zu behaupten, dass auch Kochanfänger damit keine Schwierigkeiten haben dürften!

Lasst es euch schmecken!

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Finale! Drei Inder und zwei Telefonanschlüsse und ein Erdmöbel (Akt 5)

Es geht ins Finale – nachdem ich ja bereits Irrwitziges erlebt hatte, mit dem großen Telekommunikationsunternehmen, klingt das Finale nun aus. Eigentlich traf es mit dieser letzten Geschichte meine Frau Mama.

Mein Großvater war verstorben, vor 10 Jahren schon. Meine Großmutter ließ ihren Anschluss jedoch nie umschreiben, er lief noch immer auf den Namen meines Opas. Da ich die Wohnung nach ihrem Tode übernommen hatte, wollte ich jedoch den Namen des Anschlusses ändern und noch mehr.

Ich stand, mit meiner Mama, im Service-Punkt, diesmal in einer anderen Stadt – neue Stadt, neues Glück – und erklärte dies in etwa so einem Mitarbeiter.

„Ah. Die Meldebescheinigung. Ihr Großvater umgezogen?“ Es war die Sterbebescheinigung.

„Äh. Ja. Quasi. In ein Erdmöbel…“

Nun, soweit so einfach.

Ich möchte integriert werden

Es mag unser Fehler gewesen sein, denn wir hatten zusätzlich etwas echt Kompliziertes vor. Die Wohnung meiner Eltern befand sich im gleichen Haus wie die meiner Oma. Ob es möglich sei, den alten Anschluss meiner Oma irgendwie in den ISDN-Anschluss meiner Eltern zu integrieren, damit ich nicht separat nochmal Anschlussgebühren zahlen musste. Als Zweitnummer also.

„Klar. Alles kein Problem!“

Am Service-Counter neben uns standen derweil drei freundliche Inder. Sie radebrechten und fuchtelten und irgendwie sah das alles sehr lustig aus. Während unser Service-Mitarbeiter kurz verschwunden war, um den Antrag aus dem Drucker zu holen, lauschten wir amüsiert.

Drei Inder

„Wir mochten Anschluss ändern, ja? Soll nicht mehr telefonieren konne, ja? Zu teuer, ja? Soll nur noch angerufe werde konne, ja? Ist moglich, ja?“

„Klar. Alles kein Problem!“

Was sollte schon schiefgehen? Nachdem unser Servicemännlein wieder aufgetaucht war, wir die notwendigen Anträge unterschrieben hatten (schriftlich und vor Ort ist sicherer als am Telefon, dachten wir) und auch den Indern einen schönen Tag gewünscht hatten, gingen wir shoppen und dann nach Hause.

Am nächsten Tag versuchte meine Mutter, zu telefonieren. Kein Freizeichen. Telefonieren nicht möglich. Mit dem Handy rief sie die Rosaroten an.

„Unser Anschluss ist gestört. Wir können nicht telefonieren.“

Das kann nicht sein…

„Ich schau mal… (tipp-tipp-tipp). Ah. Ähm. Aber, das haben Sie doch selbst beantragt.“ Mir schwante Böses…

„Wie bitte?“ Schnappatmung!

„Hier im Computer steht, Sie haben gestern im Service-Punkt beantragt, dass Sie nur noch angerufen werden können, aber nicht mehr nach draußen telefonieren können.“

„WAS?“ Schni-schna-schnappi…

„Haben die Kollegen hier so eingeben“!

„Gute Frau. WIR wollten eine Nummer in unseren Anschluss integrieren. Die mit dem Anrufe-sperren-lassen waren drei Inder! Die standen neben uns! Sehe ich aus wie drei Inder?!

Ich kippte – lautlos – vor Lachen vom Hocker… Und dann kam – was schon?

„Das kann nicht sein!“

Irgendwann wird sich herausstellen, dass ich den großen Gott der Telekommunikation verärgert habe oder irgendwen, der bei der Telekom arbeitet.

Nummer 8 statt 5

Irgendwann begab es sich noch, dass ein Servicetechniker des oben beschriebenen Vereins von uns dabei beobachtet wurde, wie er anstelle von Hausnummer 5 bei Nummer 8 klingelte (andere Nummer, anderer Name am Klingelschild und so) und dann flugs wieder in sein Auto verschwand und losbrauste. Wir, die wir auf ihn gewartet hatten, konnten nur staunend zusehen, wie schnell so jemand werden kann.

Auf unseren sofortigen Anruf beim Mutterschiff antwortet man uns mit „Das kann nicht sein – haben Sie denn keine Hausnummer am Haus? Oder ein Namensschild?“ Der Techniker war leider nicht mehr erreichbar, es musste ein zweiter Termin gemacht werden, für den sich dann meine Mutter extra freinehmen musste.

Mich selbst traf es noch einmal, als ich Jahre später wieder die Telefonnummer von jemand anderem bekam – wer es war, ließ sich leider nicht herausfinden, da ich immer von einer zeternden Frau angerufen (und vielleicht auch beschimpft) wurde, die leider nur Russisch sprach. Irgendwann gab sie auf. Da ich schon froh war, nicht wieder eine Metzgerei bekommen zu haben, beließ ich es dabei. Bloß keine schlafenden Hunde wecken.

ENDE.

Hier könnt ihr meine unglaublichen Abenteuer nach lesen:

Die nichtexistente Metzgerei (1. Akt)

Die Rechnung – oder: Jingle-Gedingel aus der Hölle (Akt 2)

Kri-kri – Der Zitronenspritzkringel (Akt 3)

Die geheimste Geheimnummer aller geheimen Geheimnummern (Akt 4)

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Frische Brötchen – fast wie vom Bäcker

Wer mich kennt, weiß, ich backe gern und viel.

War Hefeteig früher eher mein Gegner, weil er immer zu lange zum Gehen brauchte (wenn er’s denn tat), bin ich heute ein absoluter Hefeteig-Fan. Ich liebe die Kühlschrank-Methode und finde, dass der Brot- oder Brötchenteig nach der langen Gehzeit über Nacht nicht so „hefig“ schmeckt und viel lockerer ist.

Im Kühlschrank ist’s gemütlich

Hefe benötigt nur eine Temperatur von 5 Grad zum Gehen und die meisten Teige lassen sich so prima vorbereiten. Ihr kennt bereits mein Topfbrot, das ja morgens quasi nur in den heißen Topf geworfen wird und in Nullkommanix lecker duftend auf dem Tisch steht. Hier ist nun ein – zugegeben etwas aufwändigeres – Rezept für Brötchen.

Generell ist selbstgemacht natürlich immer mehr Arbeit, als kaufen und aufbacken – aber das muss so. Diese Brötchen schmecken fast wie die vom Bäcker und so lecker, dass Locke letztens wünschte, dass Mama sie bitte „von jetzt an für immer“ selber backen solle.

Wisst ihr, ich wünsche mir, dass meine Söhne etwas ganz Besonderes haben, das sie an mich erinnert, wenn sie einmal groß sind (und ich vielleicht nicht mehr bin). Ich fände es toll, wenn sie beim Geruch frisch gebackenen Brotes oder Brötchen an die Mama denken würden, idealerweise mit warmem Gefühl und viel Liebe im Bauch.

Aber nun zum Rezept

Es ist nicht von mir, sondern von dem Mitglied einer Facebook-Kochgruppe in der ich mich herumtreibe. Leider konnte ich weder den Mann noch seinen Blog wiederfinden, nur den Screenshot seines Rezeptes. Wenn du dies hier liest, wunderbarer Bäcker, dann melde dich doch bitte kurz! Es ist allerdings nicht mehr das Original-Rezept, ich habe es über die Zeit ein wenig unserem Geschmack angepasst und – meiner Meinung nach – verbessert.

Frische Sonntags-Brötchen

Zutaten für ca. 12 Stück

500g Weizenmehl (Type 550)
300 ml Wasser
3 g Zucker
14 g Salz
12 g frische Hefe
20 g Öl oder Butter/Margarine

Kneten und Gehenlassen

Zucker und Wasser in einen Messbecher geben und die Hefe darin auflösen. Die übrigen Zutaten in eine Schüssel geben, das Hefewasser zugeben und verkneten. Den Teig lasst ihr dann ca. zwei Stunden lang bei Raumtemperatur gehen. Dann könnt ihr die Brötchen bereits zubereiten wie unten beschrieben – oder ihr stellt sie, wie oben bereits erwähnt, über Nacht in den Kühlschrank und verfahrt dann weiter wie folgt:

Halb und halb mit Kürbiskernen.

Den Teig knetet ihr nochmal kräftig durch und teilt ihn in 12 Stücke auf. Ihr könnt übrigens in diesem Arbeitsschritt Sesam- oder Kürbiskerne einkneten – oder andere Körner. Diese sollten in etwa 73 Gramm schwer sein. Diese formt ihr mit den Händen zu Bällchen und legt sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Back- oder ein Lochblech. Die kleinen Dinger gehen dann 20 – 30 Minuten, dann schneidet ihr sie mit einem scharfen Messer einmal 2 Zentimeter tief ein – und lasst sie erneut 20 – 30 Minuten gehen.

Bevor ihr sie in den vorgeheizten Ofen gebt, bepinselt ihr sie noch mit etwas Wasser und dann backen sie bei Ober-Unterhitze bei 250 Grad etwa 20 Minuten lang!

Abkühlen lassen und genießen!

Die Vollkorn-Version ist nicht ganz so fluffig, aber auch lecker!

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Als das Christkind Käse brachte…

Über die Geschenkeflut zu Feiertagen.

Als Locke sein erstes Weihnachtsfest, das er bewusst erlebte, feierte, war er völlig überfordert. Das kennen sicher viele.
Ich bin jemand, der dazu neigt, seine Zuneigung mit Geschenken auszudrücken. Mag ich jemanden – liebe ihn gar – möchte ich ihm die ganze Welt schenken.

Mama kauft den Laden leer

Wenn ich für meine Kinder Geschenke kaufe, muss ich mich jedes Mal zusammenreißen, nicht den halben Spielzeugladen leerzukaufen. Das läuft so ab. Wir erstellen eine Liste mit Geschenken und Wünschen des Kindes, dazu ein gewisses Budget. Wir wägen ab, welcher Wunsch wohl am größten ist, fügen ein paar sinnvolle hinzu, garnieren das Ganze mit einer Überraschung und fertig ist der Geschenketurm.

Klingt fein vernünftig, oder? Wäre es auch, wenn Mama (also: ich) nicht jedes Mal kurz vorm Stichtag die Panik packen würde… Es ist zu wenig (Ist es nicht!)! Der kleine Mann wird enttäuscht sein (Wird er nicht)! Und dann kaufe ich wie wild noch ein paar Kleinigkeiten – jedes Mal vergessend, dass wir ja nicht die Einzigen sind, die etwas schenken.

Geschenke von allen Seiten

Da kommen die Großeltern, die Paten, die Freunde, die Nachbarn – und schwupps – Kind sitzt im Mount Everest der Geschenke und ist völlig fertig. Vor Freude, vor Überforderung.

An einem Weihnachten nun, am ersten, dass er ganz bewusst miterleben konnte, saßen wir am Tag nach Heiligabend am Frühstückstisch und wollten gerade beginnen, als Locke völlig begeistert – und immer noch im Geschenkewahn – schrie: „NOCH EIN GESCHENK!!!“ Er stürzte sich auf den Camembert, wickelte ihn voller Vorfreude aus und rief entzückt: „DAS CHRISTKIND HAT KÄSE GEBRACHT!“

Er war begeistert…

Das war putzig, aber auch wirklich etwas erschreckend, denn er war völlig im Auspack-Wahn.

Geschenke zu Ostern

Nun ist aber Ostern, nicht Weihnachten. Warum schreibe ich das? Weil es sich zu Ostern ebenso auswächst, wie an Weihnachten. Und an Nikolaus. Versteht mich nicht falsch – ich finde, an Weihnachten darf es ruhig viele Geschenke geben, auch am Geburtstag ist das Kind für einen Tag Star, König, Feuerwehrhauptmann oder Polizeichef (je nachdem, was gerade in ist).

Aber nur, weil ein Feiertag ist, muss es nicht gleich auch Geschenke geben. Ich wäre völlig zufrieden, wenn die Jungs ein Osternest bekämen, das nach Belieben dann etwas erweitert werden kann – aber keine richtigen Geschenke. Trotzdem erlebe ich immer mehr, wie die Kinder damit geradezu zugebombt werden.

Muss jeder machen, wie er mag, wir versuchen, die Geschenkeflut an diesen Tagen einzudämmen. Denn für uns soll es vor allem um die Familie gehen. Sich Zeit füreinander nehmen. Ruhe haben, füreinander. Und natürlich lese ich meinen Kindern – neben den ganzen Hasengeschichten – auch vor, worum es an Ostern im christlichen Sinne geht.

Die Sache mit dem Osterhasen

„Guck mal, das hat das Christkind bei mir abgegeben für dich!“, rief eine Bekannte kurz nach Weihnachten und überreichte etwas Schnuckerkram. „Schau mal, was das Christkind bei mir für dich vergessen hat!“, sagte der nächste. Auch im Kindergarten war das Christkind, und man kann dieses Wort getrost durch „Nikolaus“ oder „Osterhase“ ersetzen. Ganz schön dement, diese kleinen Kerlchen.

Locke fragte letztes Weihnachten tatsächlich: „Mama, warum lässt denn das Christkind überall Sachen für mich liegen? Wenn es eh zu uns kommt, kann es das doch gleich mitbringen!“

Puuuuh. Ich rettete das Fest mit „Weißt du, es hat ja sooooo viel zu tun und da vergisst es schon mal was. Und es weiß ja, das du Frau Müllermeierschulze kennst und da hat es sich gedacht, es gibt ihr das Schokolädchen!“ Er gab sich damit zufrieden – doch ich war es nicht.

Geschenke sind Liebe, keine Frage

Ich verbiete niemandem, meinen Kindern etwas zu schenken.

Die Großeltern möchten ihnen gern zu Ostern etwas geben – und da bin ich die letzte, die ein Veto einlegen würde. Denn ich weiß – bei allem Konsum – es ist pure Liebe, die da geschenkt wird. In Form von Schokolade, Weingummi oder einem kleinen Spielzeug.
Aber das bedeutet für uns, dass der Osterhase bei UNS weniger bringt.

Also, ähh, ab nächstem Jahr wieder. In diesem Jahr gibt es was Besonderes… Ähem.

Denn sonst sitzen wir hier in einem Schokoladenberg – und wenn ich ehrlich sein soll, wir haben noch nicht einmal die Nikoläuse aufgegessen

Und bei all dem vielen Spielzeug streiten die Kinder am Ende worum? Richtig – um die leere Klorolle…


EUCH ALLEN EIN FROHES OSTERFEST!!! Denkt daran: Es geht nicht nur um niedliche Hasen und Geschenke…

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Manchmal hab ich keinen Bock mehr – aus der Hölle namens Trotzphase

Wenn es je einen Tag gab, an dem man Nutella mit dem Löffel direkt aus dem Glas isst, während man sich selbst hin und herwiegend auf dem Küchenboden schaukelt, dann heute.

Wir haben Trotz.

Ich weiß, dass es normal ist. Ich habe einige Bücher zur Trotz- oder Autonomiephase gelesen, unzählige Artikel und Posts. Ja, ich verstehe, dass mein Kind eine Entwicklung durchmacht. Auch das Warum. Und dass es, wenn sie Zwei sind, ganz besonders heftig sein soll, habe ich auch schon gehört. Man sollte meinen, ich sei darauf vorbereitet gewesen.

Aber ich war es wohl nicht – und heute ist alles ganz schrecklich. Der Zwockel trotzschreit und wutbrüllt, seitdem er zuhause ist. Es begann damit, dass ihn Ommaoppa vom Kindergarten abgeholt haben, wie an jedem Montag. Er bekam ein Brötchen, das er mit Freude mampfte. Ein Engel – bis Oma weg und die Tür zu war.

Dann flog das Brötchen mit Geheule durch die Wohnung.

WILLICHNICH!!!“, kreischt es aus Bodennähe.

„Was möchtest du denn? Hast du noch Hunger?“

„JAAAAAAAAAAAAAAA! MUSSLI! WILL MUSSLI!!!“ (Anmerkung der Mama: Müsli)

„Wir haben keines mehr, eine Banane?“ (Anmerkung der Mama: Er hatte 2/3 Käsebrötchen intus, er hätte auch so kein Müsli bekommen.)

„JAAAAAAAAAAAAAAAAA! MAAAANAAAA!“ (Anm. d. M.: Banane)

„Hier, Schatz.“

Bananen sind, einmal aus der Schale gepellt, übrigens flutschig und machen schicke Flecken, wenn sie gegen die Küchenschränke geworfen werden. Kopf einziehen, da fliegt der zweite Teil. Durchatmen.

WILLICHNICH!“

„Was möchtest du denn?“

„MAAAAANAAAAAA!“ (Anm. d. M.: Banane)

„Du hast gerade deine Banane geworfen, noch eine gibt es nicht!“

Zwockel entsteigt dem TrippTrapp und wirft sich brüllend auf den Boden. Er brüllt und schreit.

„Ich glaube, du bist müde, komm, ich leg dich hin“, ich bin selbst erstaunt, wie geduldig ich noch bin.

Auf der Wickelkommode tritt er nach mir, weint und brüllt, als ob ich ihm eine mit Reißzwecken gespickte Windel an den Poppes hefte. Er macht sich steif und kooperiert null. Ich bin weiterhin geduldig und versuche, beruhigend auf ihn einzureden. Das Hinlegen klappt, er schläft seine anderthalb Stunden.

Und dann es geht wieder los. Er brüllt und schreit, er schreit und brüllt. Er trotzt. Er will etwas trinken, als er es bekommt, wirft er es nach mir. Er will sein Puzzle machen, nimmt es und brüllt und schreit. Er wirft es nach mir. Ich sitze mit Engelsgeduld daneben und versuche, es mit ihm gemeinsam zu machen.

Obwohl die Fenster dringendst geputzt werden müssen und für heute auf der Liste stehen. Einkaufen müssen wir auch.

Er schreit und trotzt. Er trotzt und schreit. In den Arm nehmen? Auf sowas steht ein Zwockel nur, wenn er sich wehgetan hat. Bei Trotz endet jeder Umarmungsversuch mit noch mehr Gebrüll. Er will ein Hörspiel.

Es ist das Falsche (Anm. d. M.: Natürlich nicht, es ist genau das, was er hören wollte.) Er will ein anderes. Nein, doch wieder das erste. Nein, das nicht.

WILLICHNICH!!!“ kreischt es erneut.

Ich beschließe den Tapetenwechsel. Einkaufen. Frische Luft und Ablenkung. Ich versuche, Zwockel anzuziehen. Er brüllt und tritt nach mir, erwischt meine Brust mit voller Wucht – das tut echt weh. Er macht sich lang und steif – ich bekomme, ohne Gewaltanwendung, keinen Arm in den Pullover. Normalerweise ziehe ich das durch, wenn wir einkaufen müssen, gehen wir einkaufen (schon wieder ne Rechtfertigung!). Heute kann ich es nicht.

„Na gut“, seufze ich und gebe nach. Dann bleiben wir halt hier. Ich merke, wie meine Kraft – und mit ihr meine Geduld – schwindet. „Ja“, sagt Zwockel knapp. Und zieht seine Schuhe an. „REWE, MAMA. TOMM!“

Ich sage nein, da es bitterkalt ist und er nicht angezogen. Er brüllt und schreit. Er schreit und brüllt. Jetzt will er doch. Im Schlafanzug? Naaahain. Entweder, du lässt dich anziehen oder wir bleiben hier. Anziehen? Teufelstat! Untersteh dich, Mama! Geschrei und Gebrüll, Gebrüll und Geschrei, performt mit Trotz-Breakdance auf dem Boden im Flur.

Ich gebe auf und schicke ihn streng ins Wohnzimmer, während ich in die Küche gehe, um den Schrankinhalt mit Rezepten abzugleichen und versuche, mir ein tolles Abendessen zu überlegen.

Zwockel kommt wieder rein und will malen. Er nimmt seine Stifte und den Block und wirft mir den ganzen Kladderadatsch keine zwei Minuten später vor die Füße. Er schreit und brüllt und brüllt und schreit.

Ich sitze vor meinem Lebensmittelschrank und weine leise hinein. Ich kann das Geschrei nicht mehr hören. Ich will das Gebrüll nicht mehr ertragen. Ich kann ihm nichts recht machen und habe auch keine Kraft mehr, Grundsätze durchzusetzen. Fuck the Pädagogik!

„WILLICHNICH!“, schreie ich trotzig, und stampfe mit Tränen in den Augen auf.

Entschuldigt mich, ich koch jetzt Abendessen.

 

 

Entschuldigt bitte die etwas ungewöhnliche Form des Artikels, ich habe mich den restlichen Tag, der nicht unter Brüllattacke stand, mit einer zauberhaften Sache namens DSGVO (oder wie ich es nenne: „D-fucking-SGV-fucking-O) beschäftigt, wenn ich nicht gearbeitet habe. Und ich habe heute keine Lust mehr, Google irgendetwas recht zu machen. Also fuck SEO, fuck the Lesbarkeit – and the Keywords erst recht. Geh wech, Google.

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Die geheimste Geheimnummer aller geheimen Geheimnummern (Akt 4)

Jahaaa – ihr dachtet, es ist vorbei, was?! Nein, der Irrsinn ging weiter. Aber ersteinmal sollte es so aussehen, als sei mein Flehen erhört worden.

Ich hatte mich beruhigt. Auch die Sache mit dem Imperium… Nun, erstmal die Ausbildung fertig machen. Ich hatte das Geld überwiesen und ENDLICH hatte einen knappen Brief bekommen: Man habe das Geld erhalten und entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten.

Unannehmlichkeiten? Besten Dank, ihr habt ja keine Ahnung…

Ungewöhnliche Stille

Es kehrte wieder Normalität ein. Ich bekam auch keine Anrufe mehr von Metzgerei-Kunden. Ich bekam… ähm, eigentlich gar keine Anrufe. Hm.

Eines Abends klingelte mein Handy.

„Hallo. Du weißt, dass deine Festnetznummer nicht mehr zu erreichen ist?“ begrüßte mich meine Mutter.

„Wie jetzt?“

Kein Anschluss unter dieser Nummer!“

„Ach!!“

Ich ging zum Telefon. Drückte die grüne Taste. Freizeichen.

„Funktioniert aber!“

Ich wählte die Nummer meiner Mutter.

„Hey! Hast du doch ne neue Nummer bekommen?“

„Offensichtlich.“

Nur wusste ich selbst noch nichts davon. Bei meinem Billig-Telefon konnte man übrigens noch nicht, wie heute üblich, zwischen „Nummer-unterdrücken-oder-auch-nicht“ wählen, die Nummer wurde nicht angezeigt. War ja „nur“ das Notfall-Festnetztelefon.

Endlich eine neue Nummer!

Einen Tag später: Post vom Telekommunikationsriesen.

„Auf Ihren Wunsch hin haben wir Ihre Telefonnummer geändert. Wir berechnen Ihnen dafür eine Service(hihihi)-Pauschale von…, die wir mit Ihrer nächsten Telefonrechnung abbuchen.“ Ach, leckt mich doch am Zückerli, ey!

Ich teilte meine neue Nummer sofort allen Bekannten und Freunden mit. „Der Metzgerei-Irrsinn hat ein Ende, Freunde! Hier ist meine neue Nummer!“

Eine neue Nummer. Eine Geheimnummer. Keine ständigen Anrufe mehr. Aus den Online-Seiten waren meine Adresse und Telefonnummer auch verschwunden… Alles gut.

Alles gut? Ha! Ich hätte es besser wissen sollen.

Die Stille und das Déjà-Vu

Eines schönen Tages kam ich nach Hause, müde und schlecht gelaunt, da klingelte mein Handy.

„Hallo. Du weißt, dass deine Festnetznummer nicht mehr zu erreichen ist?“ Mama. Déja vu.

„Wie bitte?!“

„Kein Anschluss unter dieser Nummer!“ What the f…

Ich flitzte die drei Stockwerke zum Briefkasten herunter. Nichts außer Werbung. Ich flitzte wieder rauf. Wartete bis zum nächsten Tag. Es eilte ja nicht, hatte ja das Handy. Nach Hause. Briefkasten öffnen: Leer.

Ich rief beim rosigen Unternehmen an.

„Guten Tag. Ähm. Es klingt seltsam. Aber ich wüsste gern meine Telefonnummer.“

„Wie bitte? Da müssen Sie bei der Auskunft anrufen.“

„Ja sehen Sie, es war so. Ich wollte sie ändern lassen, und dann wurde sie geändert und ich habe von Ihnen ein Schreiben bekommen und so… und jetzt wurde sie offensichtlich schon wieder geändert.

„Ja, das kann ich hier im Computer sehen.“

Die geheime Geheimnummer

„Ach, super! Und wie lautet sie nun?“

„Wer?“ Die Antwort auf den Sinn des Lebens, du Pute!

„Meine Nummer!“

„Die darf ich Ihnen leider nicht geben.“ What the f…

„WIE BITTE?!“

„Das ist nämlich eine Geheimnummer.“ ACH?!

„Ähm. Ja, das weiß ich. Hab‘s ja selbst beantragt. Aber ich muss sie ja selber kennen. Sonst nützt sie mir ja nichts.“

„Ich kann sie Ihnen aber nicht sagen. Da könnte ja jeder anrufen.

„Ich bin aber nicht jeder! Sie sehen doch bestimmt von welchem Anschluss ich anrufe!“

„Ja.“

„Ja, dann wissen Sie doch, dass ich ich bin.“

„Nein, weiß ich nicht. Es könnte ja jeder anrufen. Ein Einbrecher zum Beispiel.“

„Der in meine Wohnung einbricht um mit der T*****m zu telefonieren???“

„Ich kann Ihnen die Nummer jedenfalls nicht geben.“

„Warum nicht?“

„Weil es eine Ge-heim-num-mer ist!“ Boah, Mädel…

„Ja, aber die muss mir doch jemand sagen können!“

„Sie haben doch bestimmt ein Schreiben von uns bekommen. Da steht die drin!“

„Nein. Hab ich nicht.“

Das kann nicht sein. Das schicken wir automatisch raus.“

„Nun, gute Frau, wenn ich das Schreiben bekommen hätte, würde ich ja nicht meinen Feierabend mit diesem schönen Telefonat zubringen, meinen Sie nicht auch?“

„Haben Sie denn schon in Ihren Briefkasten geguckt?“ Du. Kriegst. Gleich. Haue.

„Natürlich!!!“

Gestatten? Ich bin die Nummern-Queen!

(seufzt) „Na gut. Wir können die Nummer ja noch einmal ändern. Dann bekommen Sie ein Schreiben und dann wissen Sie die Nummer.“

„Ja, bitte. Wenn es nicht anders geht!“

„Möchten Sie wieder eine Geheimnummer?!“ Das kann nicht euer Ernst sein!

Nun war es an mir, einfach mal aufzulegen.

Ein paar Tage später hatte ich meine vierte Telefonnummer innerhalb von 2 Monaten. Das muss mir erstmal einer nachmachen… Ich bin eine Nummern-Queen!

 

Hier könnt ihr nachlesen, was bisher geschah:

Die nichtexistente Metzgerei

Die Rechnung – oder: Jingle-Gedingel aus der Hölle

Kri-kri – Der Zitronenspritzkringel

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Vom Winterschlaf in die Frühjahrsmüdigkeit und überhaupt…

„Gestatten, ich bin die Müde.“

Ihr lieben, treuen Leser und Leserinnen. Es ist ruhig bei Krümel und Chaos. Warum? Vorsicht, der folgende Text könnte ein wenig Mimimi enthalten.

Ich hab’s mir anders vorgestellt

Ich habe immer davon geträumt, Kinder zu haben. Und zwei sollten es sein, auf jeden Fall – und bevor ihr fragt: Ja, ich liebe sie über alles!

Aber ich hatte es mir anders vorgestellt. Ich sah uns glücklich lachend unterm Kirschbaum sitzen, picknickend in der Sonne auf einer grünen Wiese, buddelnd am Strand. Alles voller Sonnenschein und guter Laune. Ich stellte mir vor, wie wir im Bett liegen und kuscheln, wie wir zusammen Brötchen und Plätzchen backen, ich sah die gemeinsamen Mahlzeiten, abends, wie wir glücklich um den Tisch herumsitzen und jeder von seinem Tag erzählt.

Dann liest man den Kindern vor, singt ein Lied und die Kleinen gehen glücklich und müde vom erlebnisreichen Tag ins Bett. Eben so eine watteweiche, sonnige und aufgeräumte Werbewelt.

Gefangen zwischen Zorn und Zetern

Wie anstrengend es ist, wenn die Kinder sich den ganzen Tag streiten, sich schubsen und prügeln und ankreischen, weil der eine dem anderen den Flummi weggenommen hat (sie haben beide exakt den gleichen, aber es musste der eine sein), habe ich nicht bedacht.

Wie sehr es an den Nerven zerrt, wenn beide Kinder übermüdet oder in einer Phase – derzeit treffen hier zwei Autonomie- oder Trotzphasen aufeinander – sind, habe ich unterschätzt. Die Wutanfälle des einen sind apokalyptisch, der andere ist Meister im Nölen und Beschweren. Locke verweigert seit über einem Jahr den Mittagsschlaf, doch er bräuchte ihn noch so sehr. Das täte ihm so gut. Aber „Ich bin kein Schlafkind mehr!“ damit fing es an und das zieht er gnadenlos durch.

Unordnung und Chaos

Wie ermüdend es ist, wenn bei jeder Mahlzeit genölt wird und ausnahmslos ALLES mit „Mag ich nicht!“ plus Wutanfall kommentiert wird – egal, ob es am Tag oder in der Woche zuvor noch das liebste Lieblingsessen war, habe ich nicht gewusst. Ich habe einmal so gern – und gut – gekocht. Aber nun koch ich nur noch Essichnicht mit Igitt und Daswillichnicht.

Wie sehr es mich doch stört, wenn immer überall Spielzeug verstreut ist, habe ich nicht bedacht. Und nicht nur das: Überall liegen Stapel mit Unterlagen, die ich noch nicht weggeheftet habe, obwohl ich doch immer so ordentlich war. Egal wie viel ich aufräume, kaum drehe ich mich um, liegt dort wieder etwas. Sisyphos, mein Seelenverwandter.

Wäschekörbe voller Kleidung, die wegsortiert werden will, stehen in jeder Ecke. Schuhe, kreativ vom Zwockel in der ganzen Wohnung verteilt, die man nicht wiederfindet… Und dann scheint auch noch die Sonne durchs Fenster, das ich erst gestern geputzt habe und das schon wieder völlig verschmiert ist mit Kindernasen- und Handabdrücken… Warum hab ich das eigentlich geputzt gestern? Und vorgestern? Und am Tag davor?

Müde, müde, müde

Und ja, der fehlende Schlaf. Der Zwockel randaliert die Nacht durch, teilweise im Schlaf, momentan hustet er viel. Er propellerraupt sich durch die Nächte.  Mama, einmal aufgewacht, beginnt daran zu denken, was alles noch zu tun ist.

Welcher Handwerker für das neue Haus noch angerufen werden muss, was die Bank noch benötigt, welche Pläne noch fehlen. Notar- und eigene Arzttermine sind schon lange überfällig – und vorbei ist die Nachtruhe. Wird es klappen mit dem neuen Haus? Finanziell und überhaupt? Es ist so viel größer als die Wohnung – und schon hier regieren Krümel und Chaos, Staub und Schlieren.

Schaffe ich das? Wie schaffe ich das? Wie soll das alles gehen?

Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, antworte ich „Gut, aber müde!“ und lächle. Aber überhaupt: Ich bin ständig müde. Ich habe das Gefühl, mein Hirn läuft auf Sparflamme. „Müde“ definiert mich.

Wo ich früher schlagfertig und witzig, kreativ und lustig war, ist nur noch Platz für Müdigkeit. Die vier bis fünf Stunden Schlaf in der Nacht, niemals am Stück, immer unterbrochen von Geschrei oder Unruhe, reichen nicht.

Gestatten, ich bin…

…die Müde.

Das ist schon kein WAS ich bin mehr, das ist inzwischen WER ich bin.

Die Erschöpfung ist tatsächlich zu einem Teil meiner Identität geworden.

Und wisst ihr was?

Ich hab es mir anders vorgestellt, das Erwachsensein. Eine endlose Reihe an To Dos, kein Ende in Sicht und alles umwabert von der omnipräsenten Müdigkeit? Ob das irgendwann mal aufhört? Gibt es irgendwann mal wieder einen Tag, an dem ich morgens erfrischt aufstehe und ausgeruht in den Tag starte? An dem ich wieder ich bin, und nicht die Müde?

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Ich halte besser den Mund – Sprechverbot und Sprachschablone

Maulkorb für alle!

„Don’t call it Schnitzel!“, „Sag nicht Projekt, wenn du nicht H*rnbach meinst!“ Sprechverbote werden salonfähig – in der Werbung soll es lustig sein, jedoch bin ich in der letzten Zeit immer wieder über Artikel und Tweets gestolpert, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. Immer öfter wird ein Sprechverbot gefordert. Sprachschablonen, etwas nicht so, aber anders auszudrücken. Die Kommunikation leidet darunter – ist den Leuten das eigentlich bewusst?

Gerade wenn man im Social Media-Bereich arbeitet, muss man gut abwägen, wie man etwas ausdrückt – denn einer interpretiert es immer falsch, bezieht es auf sich oder verdreht es. Irgendeinem trittst du immer auf die Füße! Diese Vorsicht hat sich auch in meinen Alltag eingeschlichen, ich denke – meistens zumindest – nach, bevor ich Worte aus meinem Mund purzeln lassen.

Doch nicht nur das. Immer öfter sage ich einfach nichts, obwohl ich möchte, denn ich habe Angst, dem anderen dadurch zu nahe zu treten.

Ich kann nicht ändern, wenn du mich falsch verstehst

Aber trotzdem kann ich nichts dafür, wie meine Worte bei anderen ankommen.

Immer so zu formulieren, dass keiner es je falsch versteht, ist nicht möglich. Jeder ist anders, jeder interpretiert anders, jeder reagiert, aufgrund von (schlechten) Erfahrungen oder Stimmungen, empfindlich auf das eine oder andere. Das ist so und das ist auch gut so – weil menschlich.

Aber ich bin immer wieder über Beiträge gestolpert, die mir, wenn nicht ein Sprechverbot, so doch eine Sprechschablone verpassen wollten. „5 Dinge, die man Diesem oder Jenem nicht sagen darf“ oder „10 Dinge, die Eltern von Zwillingen/Jungs/Neugeborenen/Mädchen/Pupsbären nicht hören wollen“. Ist es wirklich der richtige Weg, den Leuten Maulkörbe anzulegen? Oder ihnen vorzuschreiben, wie sie ihre Gedanken zu formulieren haben („Sag nicht DIES, sag lieber DAS“)?

Taktlos muss echt nicht sein

Ich rede nun hier nicht von taktlosen, beleidigenden oder verletzenden Dingen. Dass es empathielose Menschen gibt, die es einfach drauf haben, in jeder Situation das Falsche zu sagen, weiß wahrscheinlich jeder. Und ja, so manch einer sollte lieber gar nichts sagen, als völlig unreflektiert seine Meinung in die Welt zu blöken. Rücksichtnahme muss sein, unbedingt!

Ohne Takt geht es nicht in einer funktionierenden Gesellschaft, aber wie soll jemand Takt lernen, wenn sich keiner mehr äußern darf. Und was ist taktlos? Was ist verletzend? Was ist unverschämt? Wo ist die Grenze? Nun, diese ist sehr oft individuell und nicht von einem roten Leuchtpfeil markiert, sodass man schon kommunizieren müsste, um deutlich zu machen, dass man den einen oder anderen Spruch unpassend fand.

 „Ich könnte das nicht“

Beispiel: Ich bin über einen Tweet gestolpert, der mit vorschreiben wollte, was ich zu Pflegepersonal sagen darf und was nicht. Für mich überraschenderweise auf Platz 1: „Ich könnte das nicht“. Ich fragte nach, was denn nun daran wieder verkehrt sei.

Man belehrte mich, dass das Ekel und Geringschätzung vor dem Pflegeberuf ausdrücke.

Huh.

Öh.

Verdammt. Und ich nutze das tatsächlich als Respektsbekundung. Ich sage das nämlich nicht nur zu Krankenschwestern und –pflegern, sondern auch zu meinem Steuerberater, meinem Bankberater und sogar zu meinem Mann, der mit autistischen Kindern arbeitet.

Ich wäre niemals auch nur auf die Idee gekommen, dass der Satz das Gegenteil von Respekt ausdrücken könnte. Argument war, dass die Leute das sagen, da sich den Pflegeberuf mit Popo abputzen und Körperflüssigkeiten wegwischen assoziieren und das eklig finden. Folglich finden sie auch Krankenpfleger eklig. Aha.

Also, ich kann euch sagen: Ich finde Körperflüssigkeiten total eklig. Ja, selbst meine eigenen. Bäh! Aber ich bin heilfroh, dass es Leute gibt, bei denen das anders ist. Ich habe größten Respekt vor Leuten, die Blut sehen können, die täglich Erbrochenes oder Fäkalien wegwischen.

Denn: Ich könnte das nicht. Ob aus Ekel oder persönlicher Unfähigkeit – ich könnte das nicht. Genauso, wie ich nicht mit Zahlen umgehen kann und mir alles, was nur das Wort „Steuer“ beinhaltet, ein Graus ist. Das hat aber nichts mit Respektlosigkeit zu tun, sondern eher mit dem Gegenteil. Du kannst etwas, was ich nicht kann – also Hut ab.

Sprechverbot, Maulkörbe und Sprechschablonen für ein gutes Miteinander

Nun hat es natürlich immer – IMMER – mit der Situation zu tun und mit der Art, wie jemand etwas sagt. Sicher gibt es den ein oder anderen, der dies tatsächlich abschätzig meint. Aber deshalb gleich ein Sprechverbot aussprechen?

Muss ich mir vorschreiben lassen, was ich zu wem sage? Wie es beim anderen ankommt, kann ich nicht beeinflussen. Der Situation angemessen, wähle ich meine Worte meist mit Bedacht – und selbst damit eckt man heutzutage an. Schon mit harmlosen und völlig neutralen Informationen kann man offenbar anderen Menschen bösartigst auf die Füße treten.

Aber was ist die Konsequenz?

Immer wieder beklagen sich die Leute, dass die Menschen immer egoistischer werden. Sich nur noch für sich interessieren. Nun ja, wenn es in Zukunft Sprechschablonen für Jedermann gibt, wird sich dies nicht ändern.

Miteinander leben – miteinander reden

Zusammenleben heißt auch kommunizieren. Sagt A etwas, was B nicht gefällt, so ist es nicht immer nur an A alles so geschmeidig zu formulieren, dass es niemals irgendwo aneckt.

Auch B schuldet der Interaktion bei der Kommunikation, dass nachgefragt wird, wenn etwas nicht klar ist. Anders formuliert: Ich fühle mich vom Kommentar meines Gegenübers angepisst? Ein „Wie meinst du das?“ klärt gemeinhin schnell jedes vermeintliche Missverständnis auf. Ganz ohne Sprechverbot!

Wenn ich junge Eltern oder Mütter frage, ob sie noch ein Kind wollen, so tue ich das nicht, weil ich übergriffig bin oder mir den Uterus meines Gegenübers aneignen will – ich frage das, weil mich der Lebensentwurf meines Mitmenschen interessiert. Dein Leben interessiert mich, deine Pläne, deine Sicht auf die Dinge. Bist du mit einem Kind zufrieden oder träumst du von einer Großfamilie? Ist das tatsächlich übergriffig – oder ist das nur im Social Media so, dass sich die Menschen über sowas aufregen?

Sprechverbot und Maulkorb

Ist ein Maulkorb die Lösung? Oder muss man einfach mit den Äußerungen anderer leben, ohne für alles beleidigt zu sein? (Pixabay, Alexas_Fotos)

Realität: Sprechverbot.

Nein, leider nicht. Ich musste selbst erst unlängst die Erfahrung machen, dass ich vermeintlichen Freunden auch positive Nachrichten nicht verkünden darf, wenn es dem Gegenüber grade nicht in den Kram passt. Oh, du bist befördert worden? Behalte das bitte für dich.

Was ich daraus lerne? Frage ich vorher jeden Einzelnen, wie es ihm geht und ob er gerade Lust hat, mit mir eine Information aus meinem Leben zu teilen? Nein. Demnächst erzähle ich einfach nichts mehr. Vielleicht blubbere ich ein paar 08/15-Platitüden vor mich hin. Übe nochmal den flachen Smalltalk, der mir so verhasst ist. Man will ja niemanden belästigen, mit seiner Meinung, seinem Leben und seinem Interesse.

Ist es wirklich das, was aus der Welt werden soll? Dann ist sie auf dem besten Weg dorthin.

Ach ja, was ich noch sagen wollte: Schnitzel! Schnitzel! Schnitzel! Toasterschnitzel! Projekt, Projekt, Projeeeehekt!

Dieser Artikel ist übrigens kein allgemeingültiges Regelwerk, sondern einfach nur meine Meinung.

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Kri-kri – Der Zitronenspritzkringel (Akt 3)

Erst eine Metzgerei, die es nicht gab, dann eine Rechnung, die es so auch nicht hätte geben dürfen. Um meine Nerven stand es nach diesen Erlebnissen mit einem großen Telekommunikationsunternehmen nicht zum Besten. Die Geschichte zog sich bereits über Wochen hin und ich versuchte telefonisch und schriftlich Hilfe zu bekommen – vergebens. Ich fühlte mich klein, machtlos und ohnmächtig. Auf meine selbstgeschriebene Rechnugn hatte noch niemand reagiert. Kein Rückschein, kein Anruf, keine neue Rechnung. Nichts.

Ausnahmesituation

In Ausnahmesituationen reagiert man ja oft ganz anders, als gewohnt. Wenn man verzweifelt versucht, eine falsche Rechnung ändern zu lassen. Oder nur, von der richtigen Person gehört zu werden…

Nachdem ich zwei Wochen lang fast täglich ergebnislos mit der Rechnungsstelle telefoniert hatte – irgendwann werde ich trotzig – hatten sie mich soweit. Ich war zermürbt.

Eine Freundin war zu Besuch, die mir die ganze Geschichte nicht glaubte.

„Niemals legen die einfach auf! Das kann nicht sein!“ Ach, Liebelein…

„Wetten?“

„Deal!“ Du. Hast. Ja. Keine. Ahnung.

Ich rief an, eine junge Dame meldete sich.

„…und darum hätte ich gern eine neue Rechnung.“

Tuuuut. Tuuuut. Tuuuut. Diesmal mit Lautsprecher. Meine Freundin war überzeugt.

Ich war am Ende. Völlig fertig, zwischen Lachen und Weinen.

„Was du jetzt brauchst, sind unvernünftige, tröstende Kalorien. Geht auf mich!“

Ein Zitronen-biddewas?

Wir betraten die Bäckerei in der Straße, die noch nicht mir gehörte. Ich stellte ernsthafte Überlegungen an, mein Metzgerei-Imperium zu erweitern und auch noch die eine oder andere Bäckerei zu übernehmen. Diversifikation ist alles… Danach die Weltherrschaft – mal überlegen.

Ich sah mir die Teilchen in der Auslage an. Heute war mir nach… einem Zitronenspritzkringel. Mit viel Zuckerguss! Verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen.

Es ist nun so, dass das menschliche Hirn manchmal etwas verzögert und seltsam reagiert. Es war wie in diesen Albträumen, in denen man schreit und macht und tut, in denen man aber nicht gesehen wird. Oder in denen man wegrennen will, aber nur krabbeln kann. Ich kam mir völlig ohnmächtig vor.

Da stand ich, sollte unverschämt viel Geld zahlen, das ich nicht hatte, und noch dazu war die Forderung völlig unberechtigt und ich schimpfte und diskutierte und flehte, aber niemand erhörte mich. Niemand reagierte. Freunde und Verwandte schüttelten nur noch die Köpfe. „Da muss man doch was machen können!“ Ja, nur was?!

Offensichtlich war ich verzweifelter, als ich es selbst mitbekommen hatte.

„Einen Spitronenkritzspringel, bitte.“

„Einen WAS?“ fragte die Bäckereiverkäuferin verdutzt.

Einen SPITRONENKRITZSPRINGEL! VERSTEHT MICH DENN NIEMAND?!!!

Da isser ja, der kleine Wahnsinn!

Und dann ging es los: Ich find an, furchtbar zu weinen. Rotz und Wasser. Verkäuferin und Freundin sahen sich ratlos an, während ich schluchzend im Laden stand.

„Einen… einen.. Kri.. Kri.. Kri… Hihihihi!“

Ich lachte und lachte, bis mir der Bauch wehtat. Da! Jetzt kam er, der Wahnsinn. Sehr, sehr selten erlebt man Situationen, in denen man nur einen Schritt vom Wahnsinn entfernt ist. Manche erleben das nie. Der Wahnsinn stand freundlich winkend neben mir in der Bäckerei und streckte die Arme nach mir aus „Schön, dass du auch da bist! Komm, wir gehen was trinken!“ Äh. Nö. Dann weinte ich wieder, als mir bewusst wurde, was ich für ein bemitleidenswertes Bild abgab.

Hatte ich grade wirklich „Spitronenkritzspringel“ gesagt? Ich lachte wieder. Noch ein bisschen hysterischer diesmal.

Wat hatse denn?

Hilflos sahen sich meine Freundin und die Verkäuferin noch immer an.

„Wat hatse denn?“

T*****m!“

„Ach, die Arme!“

„Kri… Kri… Kri!“ stammelte ich immer noch.

Meine Freundin nahm mich am Arm. „Komm mal mit.“

Wir gingen an die frische Luft, doch die half auch nicht. Eine kleine, blonde Frau und eine größere Brünette mit tränenverschmiertem Make-up gingen langsam über die Straße, die größere von beiden stammelte noch immer leise „Kri, kri, kri.“ vor sich hin. Was für ein Bild.

kri All you need is LOL

Manchmal ist Lachen alles, was du tun kannst. Oder Weinen. Oder beides. (Photo by Kah Lok Leong on Unsplash)

Prost! Auf die Weltherrschaft!

Wir betraten meinen griechischen Lieblings-Imbiss, der auch noch nicht zu meinem Imperium gehörte – aber erstmal die Weltherrschaft, dann der Rest. Kri! Kri! Kri!

Der Grieche hinter der Theke sah erschrocken auf. Er erkannte mich. Peinlich! Schluchzgrins.

„Hallo! Wir hätten gern nen Ouzo für meine Freundin. Aber bitte: Mach schnell!“

„Was hat sie denn?“

„T*****m!“

Geht aufs Haus!“

„Kri, kri, kri – aber, es ist gerade mal zwei Uhr nachmittags!“

„Trink!“ sagte der Grieche.

Kri!“ sagte ich und trank.

 

Hier geht’s zur Vorgeschichte:

Die nichtexistente Metzgerei (1. Akt)

Die Rechnung – oder: Jingle-Gedingel aus der Hölle